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Kosten & Finanzierung

Nebenkosten beim Immobilienkauf in Spanien: 10 – 14 % realistisch

ITP, IVA, AJD, Notar, Grundbuch, Gestoría, Anwalt: Wer in Spanien kauft, sollte 10 – 14 % Erwerbsnebenkosten kalkulieren – stark abhängig von Region und Neubau vs. Bestand. Konkrete Rechenbeispiele.

Der Klassiker-Irrtum: „10 % drauf reicht schon"

Viele deutschsprachige Käufer kalkulieren pauschal mit 10 % Erwerbsnebenkosten – und stehen am Notartermin mit einer Lücke von mehreren tausend Euro da. Realistisch sind 10 – 14 % des Kaufpreises, abhängig von Region, Neubau vs. Bestand, Hypothek ja/nein und Anwaltshonorar.

Bestandsimmobilie: ITP statt Mehrwertsteuer

Beim Kauf von Privatpersonen fällt die regional festgelegte Übertragungssteuer ITP (Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales) an. Die Sätze unterscheiden sich erheblich zwischen den autonomen Gemeinschaften.

RegionITP-Satz (Bestand)Anmerkung
Andalusien7 % pauschalCosta del Sol, Almería
Valencia10 %Costa Blanca, Costa Azahar
Murcia8 %Costa Cálida
Balearen8 – 13 % gestaffeltMallorca, Ibiza, Menorca
Kanaren6,5 %statt IVA gilt IGIC

Neubau vom Bauträger: IVA + AJD

Wer direkt vom Bauträger oder vom Promotor kauft, zahlt statt ITP die Mehrwertsteuer IVA in Höhe von 10 % sowie die Beurkundungssteuer AJD (Actos Jurídicos Documentados) von regional 0,5 % bis 1,5 %. Auf den Kanaren statt IVA: IGIC mit 6,5 – 7 %.

Vollständige Aufstellung der Nebenkosten

  • Übertragungssteuer ITP oder IVA + AJD: 6,5 – 13 %
  • Notar (Notario): 0,1 – 0,3 % (mind. ca. 600 €)
  • Grundbuch (Registro): 0,1 – 0,25 % (mind. ca. 400 €)
  • Gestoría (Steuerabwicklung, Eintragung): 300 – 600 €
  • Anwalt: 1 % bzw. 1.500 – 3.000 € Pauschale
  • Hypothekenkosten: Schätzgutachten (Tasación) 250 – 600 €, Bankprovision 0 – 1 %
  • Plusvalía Municipal: kommunale Wertzuwachssteuer – trägt formal der Verkäufer, wird aber oft vertraglich verhandelt

Rechenbeispiel: 450.000 € Bestandsobjekt an der Costa Blanca

  • ITP 10 %: 45.000 €
  • Notar: ca. 900 €
  • Grundbuch: ca. 600 €
  • Gestoría: 450 €
  • Anwalt: 4.500 €
  • Hypothek (optional): ca. 1.500 €

Summe Nebenkosten: ca. 52.950 € (≈ 11,8 %) – zuzüglich Eigenkapital für den Kaufpreis selbst.

Häufige Fragen

Werden die Nebenkosten mitfinanziert?

Nein. Spanische Banken finanzieren ausschließlich den Kaufpreis (max. 60–70 % LTV für Nicht-Residenten). Alle Nebenkosten müssen aus Eigenmitteln vor dem Notartermin verfügbar sein.

Was kostet der Notar in Spanien?

Notarkosten in Spanien sind staatlich nach Arancel geregelt und liegen für eine durchschnittliche Wohnimmobilie zwischen 600 € und 1.200 €. Für teurere Objekte können sie auf 1.500–2.500 € steigen.

Wie hoch ist die ITP in Andalusien, Valencia und auf den Balearen?

Andalusien: pauschal 7 %. Valencia (inkl. Costa Blanca): 10 % (ab 1 Mio. € gestaffelt höher). Balearen: gestaffelt 8 %–13 % je nach Kaufpreis. Stand 2026 – Sätze ändern sich gelegentlich.

Brauche ich zwingend einen eigenen Anwalt?

Rechtlich nicht vorgeschrieben, aber dringend empfohlen. Ein unabhängiger Abogado (kein Makleranwalt) prüft Grundbuch, Lasten, Bauakte und Vertragsentwurf – Honorar 1 % vom Kaufpreis bzw. mind. 1.500–3.000 €.

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