Madrid plant IBI-Senkung auf 0,4 Prozent ab 2027: Was Eigentümer wissen müssen

Das Wichtigste in Kürze
- Der erste Entwurf für Madrids Steuersatzungen 2027 wurde am 15. Oktober 2026 beschlossen.
- Geplant ist der allgemeine urbane IBI-Satz von 0,414 auf 0,4 Prozent.
- Die Ankündigung betrifft die Stadt Madrid, nicht sämtliche Gemeinden der autonomen Gemeinschaft.
- Der Steuersatz wird auf die base liquidable angewandt, nicht auf den Immobilienkaufpreis.
- Die von El País genannten großen Ersparnisse gegenüber 2019 sind nicht die zusätzliche Senkung allein für 2027.
Madrid will den allgemeinen städtischen IBI-Satz 2027 von 0,414 auf 0,4 Prozent senken. Der erste Satzungsentwurf ist beschlossen, nicht die endgültige Regelung. Die Ersparnis hängt von der steuerlichen Bemessungsgrundlage ab.
Die Stadt Madrid plant für 2027 eine weitere Senkung ihrer jährlichen Immobiliensteuer IBI. Der allgemeine Satz für urbane Immobilien soll von derzeit 0,414 auf 0,4 Prozent sinken. Die Junta de Gobierno hat am 15. Oktober 2026 den ersten Entwurf der Steuersatzungen für das kommende Jahr beschlossen und damit das Verfahren eingeleitet.
El País hat die Ankündigung am 17. Oktober anhand unterschiedlicher Wohnlagen eingeordnet. Für Käufer und Eigentümer ist entscheidend: Die Maßnahme ist ein Vorhaben für 2027, keine schon geltende neue Steuerregelung. Der hier zugrunde gelegte Quellenstand wurde am 18. Oktober 2026 geprüft.
Welcher Satz sich ändern soll
Die amtliche Stadtmitteilung nennt ausdrücklich den allgemeinen IBI-Satz und eine Senkung von 0,414 auf 0,4 Prozent. Die Differenz beträgt 0,014 Prozentpunkte. Die Stadt bezeichnet 0,4 Prozent als gesetzliches Minimum für diesen allgemeinen urbanen Satz.
Die Regelung ist kommunal. Sie betrifft Madrid als Stadt und darf nicht auf alle Gemeinden in der Comunidad de Madrid übertragen werden. Auch ist der allgemeine urbane Satz nicht mit jeder anderen IBI-Kategorie gleichzusetzen. Die aktuelle Steuerinformation führt gesonderte Sätze für ländliche und besonders klassifizierte Immobilien sowie differenzierte Sätze für bestimmte nicht zu Wohnzwecken genutzte urbane Immobilien auf. Der vollständige Anwendungsbereich für 2027 muss anhand der endgültigen Satzung geprüft werden.
Was bisher beschlossen wurde – und was nicht
Die offizielle Mitteilung spricht von einem „proyecto inicial“, also einem ersten Entwurf der Steuersatzungen für 2027. Sie erklärt zugleich, dass die Stadt das Verfahren begonnen hat. Das ist nicht gleichbedeutend mit einer endgültig verabschiedeten und bekanntgemachten Satzung.
In den gelesenen Quellen ist die abschließende Rechtsgrundlage für den neuen Satz nicht nachgewiesen. Deshalb wird die Senkung hier als geplant bezeichnet. Eigentümer sollten bis zur endgültigen Regelung nicht davon ausgehen, dass ihr nächster Steuerbescheid bereits sicher nach 0,4 Prozent berechnet wird.
Wie sich die mögliche Ersparnis berechnet
Nach dem städtischen Steuerportal wird der Satz auf die steuerliche Bemessungsgrundlage, die base liquidable, angewandt. Daraus ergibt sich die cuota íntegra; anschließend können Vergünstigungen die endgültige cuota líquida beeinflussen. Der Kaufpreis einer Wohnung ist damit nicht die Zahl, die einfach mit 0,4 Prozent multipliziert wird.
Bei unveränderter base liquidable von beispielhaft 100.000 Euro ergäbe der heutige allgemeine Satz 414 Euro vor Vergünstigungen. Der geplante Satz ergäbe 400 Euro: 14 Euro weniger im Jahr. Dieses Rechenbeispiel ist keine Prognose eines konkreten Steuerbescheids; abweichende Bemessungsgrundlagen und individuelle Vergünstigungen können das Ergebnis verändern.
Die Stadt nennt für die geplante Maßnahme eine Entlastung von insgesamt 31,2 Millionen Euro und etwa 2,27 Millionen Steuerbescheide, darunter rund 1,53 Millionen Wohnimmobilien. Dies sind Angaben der Stadt zu ihrem Vorhaben, keine Zusage eines bestimmten individuellen Nachlasses.
Warum der Vergleich mit 2019 leicht missverstanden wird
Der El-País-Bericht stellt auch einen längeren Vergleich an: Was würde bei konstant gehaltenen durchschnittlichen Katasterwerten der Wohnimmobilien von 2025 mit dem Satz von 2019, 0,510 Prozent, gezahlt, und was mit den geplanten 0,4 Prozent für 2027?
Die im Titel des Berichts genannten Größen von rund 551 Euro in einer teureren und 30 Euro in einer günstigeren Wohnlage beziehen sich auf diesen Mehrjahresvergleich. Sie sind nicht die zusätzliche Senkung allein zwischen 2026 und 2027. Zudem handelt es sich um Modellrechnungen mit Durchschnittswerten, nicht um individuelle Bescheide. Für einen höheren steuerlichen Wert fällt die absolute Ersparnis bei derselben Satzänderung größer aus; einen festen Nachlass für jeden Eigentümer gibt es nicht.
Bedeutung für Kauf und laufende Eigentümerkosten
Käufer sollten den letzten IBI-Bescheid und die darin ausgewiesene Bemessungsgrundlage prüfen, statt die laufende Belastung vom Kaufpreis abzuleiten. Die geplante Senkung kann die jährliche Belastung verringern, ersetzt aber weder die Prüfung anderer laufender Kosten noch eine individuelle steuerliche Einordnung.
Die Mitteilung der Stadt behandelt daneben die Abfallgebühr. Diese ist eine andere Abgabe und darf nicht mit dem IBI verrechnet oder mit dessen Ausnahmen vermischt werden. Aus einer IBI-Senkung folgt auch keine automatisch niedrigere Miete. Bis die endgültige Regelung feststeht, gehört der angekündigte Satz als mögliches künftiges Szenario in die Kostenplanung, nicht als garantierter Vorteil.
Was bedeutet das für Käufer und Mieter?
Eigentümer können den geplanten Satz von der geltenden Regelung unterscheiden und erkennen, dass Ersparnisse nach Bemessungsgrundlage variieren und nicht aus dem Kaufpreis berechnet werden.
- Preisbezug
- Allgemeiner urbaner IBI aktuell 0,414%; angekündigt 0,4% für 2027; Differenz 0,014 Prozentpunkte.
- Rechtsgrundlage
- Erster Entwurf der kommunalen Steuersatzungen 2027, Junta de Gobierno vom 15.10.2026; endgültige Verabschiedung und Bekanntmachung nicht nachgewiesen.
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Quellen
El País · 17. Oktober 2026
https://elpais.com/espana/madrid/2026-10-17/la-letra-pequena-de-las-grandes-rebajas-del-ibi-de-almeida-551-euros-de-ahorro-en-un-barrio-rico-y-30-en-uno-pobre.html
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