Mieterproteste: Mietstreik im Barcelonaer Bloc Papallona, Sevillas Mieterverband verlässt Protestcamp

Das Wichtigste in Kürze
- Barcelona: Mieterinnen des Bloc Papallona zahlen keine Miete an den Fonds NAD und fordern die Enteignung durch die Stadt.
- Eine Reaktion der Stadt oder von NAD auf die Enteignungsforderung ist nicht berichtet.
- Sevilla: Mieterverband verlässt nach 19 Tagen das Camp an den Setas, das Camp selbst läuft weiter.
- Angekündigt ist ein Wohnungs-Generalstreik am 11. November 2026; seine Forderungen sind nicht beschlossen.
In Barcelona zahlen Mieterinnen des Bloc Papallona keine Miete mehr an den Eigentümerfonds und fordern die Enteignung des Gebäudes durch die Stadt. In Sevilla zieht sich der Mieterverband nach 19 Tagen aus dem Protestcamp an den Setas zurück, um einen für den 11. November angekündigten Wohnungsstreik vorzubereiten.
Aktualisiert am 16. Oktober 2026.
Die Proteste gegen die Wohnungsnot in Spanien verlagern sich zunehmend auf Streikformen. Zwei aktuelle Beispiele aus Barcelona und Sevilla.
Barcelona: Mietstreik im Bloc Papallona
Die Mieterinnen des Bloc Papallona im Stadtteil Eixample haben einen Mietstreik gegen den Eigentümer, den Fonds New Amsterdam Developers (NAD), begonnen. Das berichtet Metrópoli Abierta am 15. Oktober. Angekündigt wurde der Streik über den Sindicat d'Habitatge Socialista de Catalunya: Die Bewohnerinnen wollen keine Miete zahlen, bis das Unternehmen das Gebäude verlässt. Von der Stadt Barcelona fordern sie, das Haus zu enteignen – „a beneficio cero“, also ohne Gewinn für den Eigentümer.
Laut dem Bericht hatte NAD zuvor die geplante Coliving-Nutzung im Gebäude aufgegeben. Die Vorwürfe der Mieterinnen gegen den Fonds – unter anderem Verdrängung früherer Bewohner und Schulden beim Finanzamt – sind Aussagen der Bewohnerinnen; eine Stellungnahme von NAD oder eine Reaktion der Stadt auf die Enteignungsforderung nennt der Bericht nicht.
Sevilla: Mieterverband verlässt das Camp, die Assemblea bleibt
In Sevilla hat der Sindicato de Inquilinas e Inquilinos am 16. Oktober angekündigt, sich nach 19 Tagen aus dem Protestcamp unter den Setas de la Encarnación zurückzuziehen. Das berichtet El Debate unter Berufung auf eine Mitteilung des Verbands. Begründung: Der für Mittwoch, 11. November, angekündigte Generalstreik für das Recht auf Wohnen habe „das Spielfeld verändert“, die vorrangige Protestform sei nun der Streik. Das Camp selbst – laut Bericht rund 200 Zelte – führen andere Gruppen und Einzelpersonen in ihrer Versammlung fort.
Der Verband hatte das Camp am 28. September aus Solidarität mit einer in Madrid geräumten Mieterin begonnen. Zu den Zielen des Streiks nennt er unter anderem unbefristete Mietverträge, deutlich niedrigere Mieten und ein Ende spekulativer Wohnungskäufe. Das sind Forderungen einer Interessengruppe, keine beschlossenen Maßnahmen.
Einordnung
Ein Mietstreik ist kein rechtlich geregeltes Instrument. Für die beteiligten Mieter kann er zu Zahlungsrückständen und damit zu Räumungsverfahren führen. Eine Enteignung ist an strenge gesetzliche Voraussetzungen gebunden; die Forderung allein ändert an der Eigentumslage nichts. Für Käufer und Vermieter zeigen die Fälle vor allem, wie angespannt die Debatte über Mieten in den Großstädten ist.
Was bedeutet das für Käufer und Mieter?
Mieter und Vermieter erfahren, was tatsächlich passiert ist und was nur Forderung ist.
Das könnte Sie auch interessieren
- ↗ Kanaren: Regierung legt Neun-Punkte-Vorschlag für Kaufgrenzen vor – noch kein Gesetz
- ↗ Zwangsräumungen in Spanien: Im zweiten Quartal 35,7 Prozent weniger als vor einem Jahr
- ↗ Villajoyosa stoppt neue Ferienwohnungslizenzen für bis zu zwei Jahre – in bestimmten Zonen
- ↗ Immobilien-News: Andalusien (Andalucía)
- ↗ Immobilien-News: Katalonien (Cataluña)
- ↗ Alle Immobilien-News aus Spanien
- ↗ Ratgeber zum Immobilienkauf
- ↗ Kaufnebenkosten berechnen
Quellen
El Debate · 16. Oktober 2026
https://www.eldebate.com/espana/andalucia/sevilla/20261016/andalucia-libre-acampadas-vivienda-sevilla-aun-resistia-levanta-protesta_470238.htmlMetrópoli Abierta (El Español) · 15. Oktober 2026
https://metropoliabierta.elespanol.com/eixample/20261015/inquilinas-bloc-papallona-empiezan-huelga-alquileres-exigen-ayuntamiento-barcelona-expropiacion/1003742802985_0.html
Zusammenfassung der genannten Quellen, vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. SpanienZuhause ist Immobilienportal und Koordinator, kein Makler.
Sie suchen selbst eine Mietimmobilie in Spanien?
Mit Ihrem Suchprofil sehen Sie passende Angebote, können Besichtigungen anfragen und erhalten Orientierung zum Kaufprozess – unverbindlich.
SpanienZuhause ist Portal und Koordinator, kein Makler. Ob passende Angebote verfügbar sind, zeigt die Suche.
